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AVM FritzBox: häufige PPPOE-Zeitüberschreitungen

Problembeschreibung: Sie nutzen an Ihrem ACO-connect-Anschluss eine FritzBox von AVM und verzeichnen häufige PPPOE-Zeitüberschreitungen mit Abbruch der Internetverbindung und sofortigem Neuaufbau, jedoch mit neuer IP-Adresse und damit kurzzeitigem Ausfall des Telefondienstes. Laufende Downloads werden abgebrochen, bestehende Serveranmeldungen müssen erneuert werden. Anwender die ein anderes Zugangsgerät (Router)  z.B. von ZYXEL, D-LINK, TP-LINK oder SPHAIRON einsetzen, sind von diesem Problemen NICHT betroffen und brauchen NICHTS weiter zu tun.

Hintergrund: In modernen DSL-Netzen werden die Verbindungen von den Endkundenroutern (sog. CPE) in das Internet über virtuelle Ports auf den PPPOE-Einwahlservern geregelt. Diese PPPOE-Einwahlserver (sog. BRAS) haben dabei die Aufgabe die bestehenden PPPOE-Verbindungen zu überwachen. Dieser sog. Keepalive-Mechanismus wird dabei über spezielle, sehr kleine, Ethernetdatenpakete sog. LCP-ECHO-REQUEST realisiert. Das Regelwerk (die sog. RFC) schreibt vor, dass der PPPOE-Server diese LCP-ECHO-REQUEST aussendet und die CPE darauf mit einem LCP-ECHO-REPLY antworten MUSS. AVM hat diesen Keepalive-Mechanismus aber auch umgekehrt in den CPE implementiert, weshalb die AVM Fritzboxen ihrerseits LCP-ECHO-REQUEST Pakete versenden und darauf vom PPPOE-Server auch eine Antwort erwarten. Kommt diese Antwort nicht, baut die FritzBox die Verbindung trotz bestehendem Datentransfer ab und gleich wieder komplett neu auf, mit dem o.g. Problemen. Die Fritzboxen senden diese Anforderung leider sehr häufig (alle 10 Sekunden) und erwarten auf eines von drei Paketen auch eine Antwort, also mindestens einmal alle 30 Sekunden. Im ACO-Netz ist aus Perfomancegründen vorgesehen, dass die PPPOE-Server nur dann eine LCP-ECHO-REPLY Antwort versenden, wenn dafür ausreichende Systemressourcen auf dem BRAS verfügbar sind. Dieses Verhalten ist aus unserer Sicht konform mit den RFC und nicht zu beanstanden. Andere CPE’s anderer Hersteller haben damit auch keine Probleme. Nur die Fritzboxen interpretieren trotz bestehendem Datentransfer das Ausbleiben der LCP-ECHO-REPLY Antworten als gestörte PPPOE-Verbindung. AVM empfiehlt den Providern die Antwortpaket im Netz höher zu priorisieren als alle anderen Pakete, was wir jedoch wegen strikter Vorgaben bezüglich der Netzneutralität ablehnen. Wir sagen dabei ausdrücklich nicht, dass es sich hierbei um einen Fehler der FritzBoxen oder unsere Netzes handelt. Vielmehr handelt es sich um ein kleines Kompatibilitätsproblem, was mit den u.a. Einstellungen leicht zu beheben ist.

Lösung: Wir haben in den letzten Wochen zusammen mit AVM das Problem analysiert und können Ihnen folgende Lösung präsentieren. In Ihrer FritzBox muss ein verdeckter, leider nicht über die WEB-Oberfläche zu erreichender, Konfigurationsparameter gesetzt werden. Dieser lautet:
                lcpecho_disconnect_mode = lcpecho_never
Im Abschnitt
                ar7cfg { targets { } }
der Konfiguration. Leider verfügt die FritzBox nicht mehr über die Möglichkeit eine bestehende Konfiguration zu verändern. Aus diesem Grund gilt für die Aktivierung dieser Einstellung folgende Vorgehensweise:

Sie benötigen folgende Unterlagen: Ein PC/Tablett mit Internetbrowser der mit der Fritzbox verbunden ist, das Zugangspasswort zur Fritzbox Konfigurationsoberfläche und  das Dokument „ACO-Zugangsdaten“. Bitte führen Sie das Update vorzugsweise per LAN-Verbindung durch!

  1. Öffnen Sie die Konfigurationsoberfläche Ihrer Fritzbox, wie in der ACO-Kurzanleitung zur Einrichtung beschrieben.
    HINWEIS: Die Ansicht in der Oberfläche der Fritzbox muss auf ERWEITERT stehen!
  2. Laden Sie IMMER die aktuelle Firmware Ihrer FritzBox unter SYSTEM -> Update
  3. Sichern Sie die aktuelle FritzBox Konfiguration unter SYSTEM -> SICHERUNG -> Sichern.
  4. Laden Sie anschließend das von uns für Ihr Routermodell zur Verfügung gestellte Konfigurationsfile z.B. „no_lcp_7490_113.06.03.export“ für eine Fritzbox 7490 unter SYSTEM -> SICHERUNG -> Wiederherstellen. Dass Kennwort lautet avm. Importieren Sie sämtliche Einstellungen.

Die Standardkonfigurationen für die verschiedenen Routermodelle finden Sie hier:

FRITZ.Box.7270

FRITZ.Box.7330

FRITZ.Box.7360

FRITZ.Box.7390

FRITZ.Box.7430

FRITZ.Box.7490

FRITZ.Box.7560

FRITZ.Box.7580

Bitte mit RECHTSKLICK anwählen und SPEICHERN UNTER auswählen. Merken Sie sich den Speicherort, wechseln Sie dann in die Konfigurationsoberfläche Ihrer Fritzbox und laden Sie die gespeicherte neue Standardkonfiguration.

ACHTUNG für Modell 7270 und 7330: Anschließend lautet das Kennwort der Fritzbox avm. Ihr WLAN-Passwort wurde ebenfalls zurückgesetzt.

  1. Nun müssen Sie Ihre DSL-Zugangsdaten und gegebenenfalls Ihre Telefonzugangsdaten neu in die FritzBox eintragen. Die Daten entnehmen Sie bitte dem Blatt „ACO-Connect Zugangsdaten“ welches Sie zur Erstinbetriebnahme von uns erhalten haben. Für Modelle 7270 und 7330 müssen Sie zusätzlich Ihr WLAN-Kennwort neu setzen, da dieses ebenfalls überschrieben wurde.

Starten Sie die FritzBox neu! Sollten doch Problem auftauchen, laden Sie einfach die in Punkt 3 erstellte Systemsicherung in die FritzBox, daduch stellen Sie den Zustand vor diesen Änderungen wieder her.

HINWEIS: Wenn Sie die Fritzbox auf Werkseinstellung zurücksetzen, müssen Sie dieses Procedere wiederholen! Entgegen anderslautenden Äußerungen erkennt Ihre Fritzbox auch weiterhin echte DSL-Verbindungsabbrüche und baut selbstständig die Verbindung wieder auf.

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Weiterer technischer Hintergrund (Achtung sehr technisch und nur für Interessierte gedacht!)

Beim Herstellen einer PPP-Verbindung werden folgende Phasen durchlaufen:
- DEAD
- LCP
- AUTHENTICATION
- READY
- TERMINATE

Hierbei ist die READY-Phase der Zustand einer etablierten PPP-Verbindung in der dann auch die IPCP-Steueroptionen ausgehandelt werden und IP-Daten übertragen werden können.

Die RFC 1661 besagt, dass lediglich in der PHASE „LCP-opened“ LCP-ECHO-REQUEST Paket mit einem LCP-ECHO-REPLY beantwortet werden müssen. Zitat „Echo-Request and Echo-Reply packets MUST only be sent in the LCP Opened state.”

Dass in der READY-Phase LCP-Pakete versendet und beantwortet werden müssten ist den RFC 1661 nicht zu entnehmen. In der spezielleren RFC 2516 (speziell für PPPOE) ist zu lesen „It is RECOMMENDED that the Access Concentrator ocassionally send Echo-Request packets to the Host to determine the state of the session.” D.h. in Klartext es ist EMPFOHLEN, dass der Access Concentrator (BRAS) gelegentlich Echo-Request-Pakete an den Host (die CPE) sendet, um den Zustand der Sitzung zu bestimmen. Von einem Senden von Echo-Request-Paketen durch den Client ist Nichts zu lesen.

Für den Parameter "lcpecho_disconnect_mode" in der Fritzbox sind folgende Werte einstellbar:

lcpecho_auto
lcpecho_always
lcpecho_never

Die Einstellung "lcpecho_auto" bewirkt, dass die Fritzbox beim Aushandeln eienr PPPOE-Session einen LCP_ECHO_REQUEST aussendet und bei Empfang eines LCP_ECHO_REPLYs den disconnect_mode auf always einstellt und somit das Abbrechen einer PPP-Verbindung aktiviert wenn im Folgenden keine Antwort empfangen wird. Wird bei diesem einmaligen Test beim Aufbau der PPPOE-Verbindung vom zentralen Einwahlserver (BRAS) schon kein LCP_ECHO_REPLY empfangen wird die Fritzbox den disconnect_mode auf never einstellen, d.H. beim Ausbeliebn der LCP-Anworten niemals selbständig die Verbindung beenden. Wie man also sieht ist der disconnect_mode NEVER bereits normal, allerdings nur dynamisch, in der Standardkonfiguration vorhanden. Durch den von uns empfohlenden Wert "lcpecho_never" wird der Wert statisch eingestellt. was zu einer stabilieren Verbindung führt. Echte DSL-Verbdinungsabbrüche erkennt Ihre Fritzbox natürlich weiterhin ganz normal und handelt eine neue Verbindung automatisch neu aus.

Bitte vertrauen Sie dabei auf unser Fach-Know-How, wir haben diese Lösung zusammen mit dem Hersteller als Workaround für Sie entwickelt. Nochmals die dringende Empfehlung: Bitte halten Sie sich an die von uns vorgeschlagene Vorgehensweise. Alle anderen Vorgehensweisen führen NICHT zum Ziel.

 

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